Donnerstag, 20. Oktober 2011

Lytro - Game just changed


Für Jahre war Fotografie eine aufregende Fahrt auf der Suche nach neuen Ufern. Dann wurde es eine öde Megapixeljagd. Erst seit einigen Jahren besann man sich wieder auf die alten Werte wie Bokeh und plötzlich war mit den Micro Four Third Standards und zuletzt mit Fujifilms Finepix X100 wieder einiges an Hype in der Fotowelt zu spüren. Zudem ist in 2011 ist Foto Sharing eines der großen Themen im Web und Seiten wie Facebook und Twitter sowie Hardware Hersteller rund um Smartphones richten immer mehr den Fokus in dieses breite Feld.
Und dann heißt es wie aus dem Nichts: Vorhang auf für Lytro. Eine bis dato vollkommen unbekannte Firma stellt ein eckiges fernglasartiges Alumuminiumrohr der Weltöffentlichkeit vor. Unscheinbar möchten viele meinen. Aber Lytro hat das Zeug dazu den lang erwarteten Paradigmenwechsel innerhalb des Mediums Fotografie zu vollziehen. 
Doch was ist Lytro? Nun einfach gesagt ist es auf den ersten Blick eine Digitalkamera mit innovativstem Design, welches zunächst starke Assoziationen zu Apple hervorruft. Doch was sich hinter dem ungewöhnlich geformten Objekt verbirgt ist atemberaubend. Mithilfe der sogenannten Light Field Technologie ist es möglich ein Bild augenblicklich zu knipsen und - im Nachhinein zu fokussieren. Ja das ist kein Rechtschreibfehler. Bilder in der Lytro Kamera müssen nicht fokussiert werden, da ein Datensatz eines gesamten "Licht Feldes" (die Gesamtheit einer in einer Szene aufgefangenen Lichteinstreuung) gespeichert wird. So kann man beim späteren Betrachten der Bilder den Fokus per Klick bzw. Touch neu setzen. Dies geschieht entweder auf dem winzigen Touchscreen der Lytro Kamera oder später auf dem Rechner in einer Software direkt aus dem Hause Lytro. Doch was beeindruckender ist: Im Web kann man die Magie hinter Light Field bereits jetzt ohne zusätzliche Software direkt im Browser austesten. Dabei wird klar, dass hier keine Spielerei am Werke ist, sondern ein Riesenschritt Richtung Zukunft des Webs unternommen wurde. 
Das Konsumieren der Bilder im Social Network oder in Nachrichtenartikeln als "betrachten" zu bezeichnen ist hiermit sicherlich obsolet. Vielmehr kann man von erfahren oder erleben sprechen. 
Lytro geht sogar noch einen Schritt weiter und zeigt auf der AsiaD Bühne (der ersten internationalen Konferenz von All Things Digital) die Möglichkeit in Zukunft 3D Bilder mit dem Datensatz zu realisieren (sog. Parallax-Technik).
All diese beeindruckende Technik gepaart mit einer totsicheren Anwendungsweise - die Lytro Kamera hat einen An-/Ausschaltknopf und einen Auslöser, sowie einen Slider für den optischen (!!!) Zoom und einen kleinen Touchscreen zum Navigieren der Bilder - gibt es schon jetzt zur Vorbestellung in den Vereinigten Staaten von A. Erhältlich wird die Kamera voraussichtlich im ersten Quartal 2012. Der Preis? 399$ für eine 8 Gb (350 Bilder) Version und 499$ (750 Bilder) für 16 Gb. Ein kleiner Preis für Magie.



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